Montag, 17. August 2015

Long time, no see - but Bilderrahmen.

In den Mittagsstunden eines zu Hause verbrachten Urlaubs (Rückzug zum Quadrat - it was paradise!) bin ich aus der Hitze geflüchtet und hab mich über ein paar Bilderrahmen hergemacht:


...aber das waren noch nicht alle:


...und noch ein paar im "Roses"-Stil:


I love this work. 

See you again soon!

Fee



Dienstag, 16. Juni 2015

Ein weißes Kleid.


Wenn man sich entschließt zu heiraten, denke ich, verändert man etwas im Gefüge der Welt. Man ist nicht mehr nur für sich allein verantwortlich, man übernimmt mehr Verantwortung, und im besten Fall mehr Leben.
In ein paar Tagen zieh ich mein weißes Kleid an, und die Schuhe und all das. Es ist alles vorbereitet, alles da. Wenn es soweit ist, bin auch ich soweit.

In meinem Leben habe ich immer davon geträumt, glücklich zu werden. Die echte, wahre, tiefe Liebe zu finden – oder von ihr gefunden zu werden. Ich weiß, nicht allen Menschen ist das beschieden, was mir zuteil wird. Da ist viel Glück dabei. Und Geduld. Und Dinge, die man oberflächlich zurückblickend vielleicht als eine Art Fehler bezeichnen würde, die aber trotzdem Stück für Stück dazu beitragen haben, dass ich werden konnte. Das war wohl der Weg. Und nun bin ich die, die ich bin. Und ich bin dort, wo ich bin, und das mit meinem ganzen Herzen. Das hab ich damals in mein Buch geschrieben: Sei mit deinem Herzen immer dort, wo du gerade bist. Heute bin ich das.

Das Kleid hängt in seiner Hülle im alten Zimmer meiner Schwester an einer Lampe, wie ein guter Geist. Ich werd mich einhüllen – mich und meinen Liebsten, der mich gefunden hat – in unsere Geschichte, in unseren Weg, in unseren Wandel im Gefüge der Welt. Und dann treffen wir uns, in der Kirche, die hinter dem Garten mit den Rosen steht.

Ich nehme an, es wird wohl anders sein, nicht als Gast, als Zuschauer, als Glückwünscher, sondern als Braut. Aber ich weiß eines, und das ist gut so: Ich darf ich selber bleiben, mit neuem Namen, die Fee, die Schriftstellerin, die Klavierspielerin, das Mädchen, die Übersetzerin, auch später noch, und immer.

Freitag, 22. Mai 2015

ABC Lounge Radio.

Kennt ihr den Radiosender ABC Lounge Radio? Solltet ihr. Besonders bei diesem Wetter.

http://abclounge.radio.at/

Mit Nizza, wo dieser Radiosender seinen Standort hat, verbindet mich viel. Und dieser Radiosender... nun ja, ich stell mir einfach vor, diese Musik läuft in einem Café an der Promenade des Anglais, ein modern eingerichtetes, aber sehr gemütliches Café, in dem Kaffee in riesigen, pastellfarbenen Tassen serviert wird, es gibt köstliche Kuchenstücke, kuschelige Sofas, hohe, zum Meer hin offene Räume... und man sieht das Mittelmeer in drei verschiedenen Blautönen über den grob-kiesigen Strand auf einen zurollen, die Sonne scheint. Ich stell mir dazu Sonnensegel vor, die sanft vom Wind gebläht werden, ich seh ein paar Vögel, die zwischen den Steinen nach Insekten picken...
... und könnte dann, mit dieser Musik und diesem Bild, der Regen draußen vielleicht doch einfach... Meeresrauschen sein?

Wer kommt mit dorthin?

Schönen Abend!

Fee.

Montag, 22. Dezember 2014

Weihnachten.

Langsam wird alles ruhiger. Das Laute erreicht mich nicht mehr, denn ich bin auf dem Nachhauseweg. Weihnachten ist nicht weiß, nicht hell, nicht dunkel und nicht golden. Dort, wo das Jesuskind in der Krippe liegt, ist der Brennpunkt aller Farben, das Leuchten der Zeit, die Hoffnung, die nicht vergeht.
Ich gehe in die Stille, in mich selbst hinein, hör mir zu, hör Dir zu, wie wir am Leben sind.

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Hier noch, zum "Nachhören", die Weihnachtsgeschichte, die ich geschrieben habe, ich selbst, und die Gerd Anthoff gestern am späten Nachmittag auf ServusTV im Format "Adventgeschichten" vorgelesen hat.

http://www.servustv.com/at/Medien/Weihnachten/Das-Ende-der-Zeit

Frohe Weihnachten!

Dienstag, 16. Dezember 2014

Die anonyme Frau.

Wenn man so unterwegs ist in den letzten Tagen, da fühlt man sich manchmal wie in eine graue, miesepetrige Suppe gesetzt - die schlechte Laune und die Hektik der Menschen durchnässt einem geradezu das Gemüt, und man fühlt sich phasenweise versucht, aus vollem Hals zurückzuschreien, die Einkaufswagerl der anderen mit Schwung zur Seite zu schubsen, an der Ampel Vollgas auf die Hupe zu drücken oder einfach mal eine patzige Antwort zu geben.
Oder man schafft es vielleicht, es durchzulassen, an was Schönes zu denken, sich in eine Seifenblase zu setzen und durch die Massen hindurchzuschweben wie eine Schneekönigin oder ein Schmetterling im Spätsommer

Geht das aber nicht, kommt manchmal etwas anderes.

So wie gestern, als ich im Auto saß und endlich, endlich heimwärts fuhr, um das alles hinter mir zu lassen, und im Radio auf 88.6 zu einer Spendenaktion für eine Familie aufgerufen wurde. Man kann sich da einen Song wünschen und dafür spenden, und sie haben berichtet, dass eine Frau, die anonym bleiben wollte, 5.000 Euro gespendet hat, und sich dafür ein Lied von Herbert Grönemeyer gewünscht hat. Einfach so. Und dann hab ich mir gedacht, es gibt sie, sie sind da draußen, die Guten.

Hört euch das an:

Herbert Grönemeyer - Morgen

Danke.


Dienstag, 9. Dezember 2014

"Das Ende der Zeit".

Nachdem ich beim Weihnachtsgeschichten-Wettbewerb von "ServusTV" mitgemacht habe (und dann vergessen habe, dass ich teilgenommen hatte), hab ich am Wochenende eine Mail bekommen, in der stand, dass ich gewonnen hatte und meine Weihnachtsgeschichte gemeinsam mit 23 anderen aus über 350 Geschichten ausgewählt worden war, um nächste Jahr zu Weihnachten in Buchform zu erscheinen.

Da hab ich mich dann schon sehr gefreut. :-)

Hier der Link (es schaut auf der Servus-TV-Homepage so schön aus!):

http://www.servustv.com/at/Themen/Kultur/Weihnachten/Vorlesen/Das-Ende-der-Zeit

Und hier - die Geschichte:


Das Ende der Zeit

Der Morgen war grau, der Himmel bedeckt und das Land lag vereist und verborgen im Halbdunkel. Kein Laut war zu hören, keine Stimme erhob sich, nicht einmal das allgegenwärtige Dröhnen in der Ferne war mehr zu hören. Es war kalt.

Mehr als zweitausend Jahre waren vergangen. Die Welt atmete aus, in einem langen, lautlosen Wirbeln. Die Stille war ohrenbetäubend, hätte es noch Ohren gegeben, die zu hören bereit gewesen wären. An einem Ort lag alles in Trümmern, denn keine Granate war nicht explodiert, und kein Projektil war unabgefeuert geblieben. An einem anderen schien alles soweit intakt zu sein, aber kein böses Wort war unausgesprochen, kein hasserfüllter Schrei, keine Beschuldigung zurückgenommen worden, und so hing die Bitterkeit, die Enttäuschung und der Schmerz in der Luft, dass man sich daran hätte schneiden können, wäre noch jemand da gewesen. An wieder einem anderen Ort konnte man überhaupt nicht mehr atmen, denn die Luft war verpestet und krank, genauso wie alles andere, das sich dort befand.

Während die Dämmerung voranschritt und sich schließlich zu einem neuen Tag formte, entstieg Gott einer Höhle. Schwer lastete das Geschehene auf seinen Schultern, und das Atmen fiel ihm schwer unter den Tränen, die ihm wie Sturzbäche über die Wangen flossen. Seine Hand griff hier nach einer Stadt, dort nach einem eingestürzten Haus, strich sanft über die Wälder wie über einen Teppich und rührte dann vorsichtig, wie mit einem riesigen Kochlöffel, im Meer. Seine Schritte knirschten nicht im Schnee, und sein Atem kräuselte auch keine kleinen Wölkchen in die Luft. Gott war lautlos.

Und dann, dann legte er ein Kind in eine Krippe.

„Hoffnung“, sagte er zu ihm, und es hallte bis in alle Ecken und Winkel der Welt, „Ich gebe euch nicht auf.“ Und alles, was von seiner Stimme berührt wurde, heilte, verstand, fügte sich zusammen und erschuf sich neu; alles, was verloren war, kehrte wieder heim, und alles, was zerbrochen war, wurde wieder heil; Vergebung flutete das Land, Gerechtigkeit spazierte durch die Städte, Sanftheit und Wärme küssten den kalten Boden.

Jemand zündete eine Kerze an, und erneut wurde es Weihnachten. 

 

Freitag, 28. November 2014

In die Ruhe...

...kehren wir heim. Nach einem Tag des Lautseins, der Unruhe, der Tätigkeit und der Konzentration kehren wir nach Hause zurück und schließen die Tür. Raus aus der Jacke und dem Arbeitsgewand, rein in die gemütliche Jogginghose. Ein Tee, vielleicht? Oder eine kleine Runde im Park spazierengehen? Noch etwas essen, zur Ruhe kommen, die Stille klingelt noch eine Zeit lang in den Ohren, der Tag mit seinen Gesprächen hallt in uns nach, bis es irgendwann auch im Kopf ruhiger wird. Die Seele baumeln lassen. Loslassen.

Und das Jahr. In die Ruhe kehren wir heim. Nach Monaten des Lautseins, der Unruhe, der Tätigkeit und der Konzentration kehren wir nach Hause zurück und zünden das erste Adventlicht an. Raus mit der Geschwindigkeit, rein in die Besinnung, die Reflexion, das Wesentliche. Ein Tee, vielleicht? Oder eine kleine Rückschau und ein wenig Pläneschmieden? Sich mehr Zeit nehmen, am Tisch sitzen zu bleiben nach dem Essen, zur Ruhe kommen. Das Jahr mit seinen Herausforderungen klingelt noch eine Zeit lang in der Seele, es hallt in uns nach, bis es irgendwann im Kopf ruhiger wird, das Schlechte nicht mehr wichtig ist und das Gute aus diesem Jahr Eingang in den Raum mit den Erinnerungen findet. Die Seele baumeln lassen. In der Dunkelheit des ausgehenden November langsam beginnen, dankbar loszulassen.