Donnerstag, 6. Juni 2013

Geschenke.

Ich danke Dir, T., dass Du Dich mit mir freust, dass es Dich fasziniert, dass ich wieder schreibe. Du hast mit Deinem schnellen Geist gleich gemerkt, dass da ein Konzept dahinter steht, und ja, ich geb's zu: Ein Buch darüber, wie man einen "verdammt guten Roman schreibt", hat mich mit Staunen erkennen lassen, dass dies ein Handwerk ist, für das Regeln gelten, und an das man auch systematisch herangehen kann - voilà, ich bin neugierg was dabei rauskommt - und ich weiß, DU AUCH!

Ich danke Dir, M., für ein Buch mit viel Platz darin für meine Wörter, meine Ideen. Und vorne drauf, da steht so passend: "Ideen, Fantasie, Ziele, Wissen, Geheimnisse, Gefühle, Visionen, Pläne, Gedanken, Träume, Geschichten." Alles Zutaten, die ich für mein Buch brauche. Danke für die Inspiration. Und selbst wenn ich weiß, dass wir uns so gut gar noch nicht kennen, weiß ich, selbst wenn Du dann weg bist, wirst auch DU mich an Deiner Geschichte weiter teilhaben lassen. Und ich Dich an meiner. Und das freut mich.

Ich danke Dir, G., für jedes Sandkorn, das Du in die Muscheln pflanzt, auf dass es Perlen werden, eines nach dem anderen. Danke für Deinen Zuspruch und Deine Motivation, Deine farbenfrohen Ideen, wenn ich gerade nicht weiter weiß; danke dafür, dass Du mir vor Augen führst, wie richtig das ist, was ich hier tue, und dass Du so bedingungslos an mich glaubst.




Sonntag, 2. Juni 2013

Places.

Nun, eine Handlung muss auch irgendwie einen Ort haben, oder? Wieder so eine spannende Sache - wo tu ich sie hin, die Leute, die ich erfinde? Wie groß ist der Ort? Liegt er am Meer, in den Bergen, ist er auf einer Insel zu finden oder irgendwo am Festland? Wie ist das Wetter dort? Ist es ein Ort, dem es viele Touristen gibt? Ist es ein Ort, an dem man gerne leben, den man gerne bereisen möchte? Was für Menschen wohnen dort?
Ich nehme alles zusammen, was ich über die Orte weiß, an denen ich schon war. Ich nehme das Beste davon heraus und füge es zusammen, verändere es, bilde neue Merkmale, forme, modelliere, bis etwas ganz Neues entsteht. Jetzt könnte ich schon fast eine Art Stadtplan zeichnen. Und dann braucht der Ort selbst natürlich auch noch eine Geschichte - warum ist der dort, wo er ist? Wie ist er gewachsen und zu dem geworden, was jetzt der Schauplatz meiner Handlung wird? Ausnahmsweise ist der Fragenkatalog heute nicht länger geworden. Orte zu erschaffen scheint mir irgendwie einfacher. Ich hab mit dem Zentrum, dem Puls, angefangen und bin darin herumspaziert, habe ihm wunderschöne Farben und Plätze gegeben. Dann bin ich immer weiter nach außen gegangen, bis in die Vororte. Es ist ein schöner Ort geworden.
Natürlich wird nicht das gesamte Geschehen dort stattfinden, daher mache ich mich jetzt noch daran, die anderen Schauplätze zu erschaffen.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Connections.

Gestern Nacht hab ich noch eine erste Szene aus dem 1. Teil des Buches geschrieben (nur um zu sehen, wie es wird), und ein wenig an den Charakterisierungen gearbeitet.Heute hab ich versucht, aus allem, was ich schon über meine Hauptpersonen weiß, für jeden einen Steckbrief zu erstellen. Das ist lustig. Man muss sich das so vorstellen: Jedesmal, wenn mir eine neue Eigenschaft, ein persönliches Merkmal oder ein Detail zum Aussehen der Person einfällt, verändert sie sich in meinem Kopf dementsprechend, wie bei einer Computeranimation.
Jedenfalls ist mir dann eingefallen, dass die Hauptpersonen ja irgendwas verbinden muss. Orte, an denen sie schon gewesen sind, Lieblingsbeschäftigungen, Erfahrungen, die sie gemacht haben. Gemeinsamkeiten. An denen bastle ich gerade. Es ist unglaublich. Es ist alles da, ich muss nur danach greifen.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Writing again.

Nun, wie fang ich an nach einer so langen Pause?

Ich denke, einfach so.
Ich habe begonnen zu schreiben. Wirklich RICHTIG zu schreiben. Nach einer langen Zeit des Lesens habe ich mich hingesetzt und jetzt arbeite ich an einer Romanvorlage. Zur Zeit erfinde ich Personen, ich erfinde sie mit Haut und Haar, mit Lebensgeschichte, Fehlern und Vorzügen, mit Augenfarbe, Mimik, Lebenseinstellungen und allem was dazugehört. Ich erfinde auch Orte. Schauplätze, an denen das Geschehen stattfinden wird. Es ist, als würde man aus allem, was man gesehen und gelesen hat, etwas Neues, Eigenständiges modellieren. Wenn ich zeichnen könnte, würde ich jetzt zeichnen. Aber meine Worte sind meine Stärke, und wenn Du einmal das Buch lesen wirst, wird es sein, als hätte ich all das in Deine Gedanken, Deine Phantasie gezeichnet.
Während ich schreibe, wird auch die Handlung lebendig. Das ist kein getrennter Prozess - das Erfinden von Wesen und das Erstellen eines Plots. Das geht Hand in Hand. Ich hab ein Word-Dokument, in dem es Karteireiter gibt, für jeden Hauptdarsteller einen eigenen, und dann noch einen für die offenen Fragen, einen für die Beschreibung der Orte und einen für den möglichen Aufbau des Buches. Obwohl ich die Personen und Orte entwickle, wird die Liste der Fragen immer länger.
In meinen Gedanken hab ich die wichtigsten Eckdaten soweit im Kopf, dass ich während alltäglichen Tätigkeiten (Haare fönen, Essen machen, spazieren gehen...) das alles abrufen kann - und dann drehe und wende ich es, bis mir eine neue Facette auffällt, ich erste Ideen wieder verwerfe, mir eine weitere Eigenschaft einer handelnden Person einfällt... so geht das dahin. Und zugleich entsteht in mir ein Parallel-Universum, in das ich durch eine Tür hindurchschlüpfen kann, und in dem es so viel zu entdecken gibt. Gerade ist es so, dass ich am liebsten nichts anderen tun würde als schreiben.

Einen schönen Tag wünscht Dir

Astrid

Samstag, 17. November 2012

Standhalten.

Jeden Tag begegnen wir neuen Herausforderungen. Das ist gut so. Das macht, dass wir uns entwickeln. Wir müssen herausfinden, wie etwas funktioniert, warum etwas nicht funktioniert; wir müssen schauen, wo wir etwas herbekommen, wie wir etwas wieder loswerden; wir lernen immer was dazu, und selbst wenn wir glauben, anzustehen, entwickeln und ent-falten wir uns doch. Und diese Entfaltung, wenn wir sie zulassen, macht uns sichtbarer - wenn wir etwas ENT-FALTEN, wird es größer, man sieht es besser, man sieht, was darin enthalten ist. Wir kommen ganz zerknittert aus dem Mutterleib, aber dann, nach und nach, entfalten wir uns, dehnen uns aus, wachsen, und irgendwann greifen wir - wenn alles gut geht - nach den Sternen.
Das muss nicht immer klappen. Aber das wichtigste ist die Zuversicht, der Glaube, der unbrechbare Wille, der uns weitergehen hilft. Die schönen Ziele, die wir uns stecken, mögen vielleicht für immer in weiter Ferne bleiben, aber das ist egal, denn so lange wir unterwegs sind, und dabei lernen, größer werden, um uns schauen, freier atmen, besser werden, ist alles gut.


Freitag, 9. November 2012

Dankbar.

Ich bin dankbar. Mitten im Tun, mitten im Übersetzen, Nachhilfestundengeben, mitten unter Tagen, die so schnell vergehen, dass ich den Lufthauch spüren kann, wenn sie vorbeiziehen, und ich abends, rückblickend, dennoch sagen kann, es war ein langer, guter Tag - mitten in alldem bin ich dankbar. Dankbar, eines nach dem anderen manchen zu dürfen. Musik hören zu dürfen, während ich übersetze. Dankbar, wieder Musik machen zu dürfen - zu singen. Dankbar, meine Tage selbst gestalten zu dürfen, auch wenn sie manchmal bis in die Nacht hinein dauern. Dankbar für die Liebe in meinem Leben, für Samstagabendkirchgänge, Regelmßigkeit, Morgensonne, genug Holz zum Heizen. Dankbar, selber entscheiden zu dürfen. Dankbar für Schüler, Übersetzungsaufträge, Korrekturaufträge, für die täglichen "To-Do"-Listen, für die Autofahrten zum Büro und wieder nach Hause, für die kleinen Spaziergänge vom Parkplatz hierher... dankbar für diesen riesigen Raum, den wir hier bekommen haben, um uns zu ENTFALTEN. Dankbar für ein Leben.

Staunend stehe ich davor. Ist es so gekommen, weil ich mich dafür entschieden habe? Oder wenn ich mich nicht dafür entschieden hätte, wäre es so gekommen und hätte mich einfach mitgenommen?

Ich bin dankbar für einen Herbst, der mich zuerst nach draußen ruft (um Laubhaufen zu machen) und dann nach drinnen ruft, um in mich selbst zurückzukehren, Tag für Tag mich neu zu ordnen, meinen Plan zu machen und zu gehen. Manchmal trifft man eine große Entscheidung, und rückblickend sieht man, so groß war sie garnicht, sondern logisch und natürlich. An etwas festzuhalten, nur weil man es kennt, wohin führt uns das? Es kann einem doch garnichts passieren.